„Die Richterin macht sich lächerlich“ – Festnahme eines Milliardärs nach vorgetäuschtem Fußbruch



Veröffentlicht am 5. August 2012 von

Gefängnis von Palma

Das hätte sich der in Madrid lebende spanische Milliardär José Maria Ruiz Mateos wohl nicht gedacht: Eine Richterin in Palma de Mallorca hat seine Festnahme angeordnet, nachdem ein Gerichtsmedinziner nachgewiesen hatte, dass der wegen eines Millionenbetruges angeklagte Unternehmer sich einen Fußbruch nur ausgedacht hatte, um nicht vor Gericht auf der größten Baleareninsel erscheinen zu müssen. „Die Richterin macht sich lächerlich!“, soll Ruiz Mateos die gerichtliche Verfügung nach einem Bericht der deutschsprachigen Mallorcazeitung kommentiert haben. Allerdings könnte es sein, dass ihm das Lachen bald genauso vergehen wird wie zahlreichen anderen Unternehmern und Politikern, die auf Mallorca in den letzten Jahren wegen Betrugs- und Korruptionsdelikten angeklagt und verurteilt wurden. Ich habe darüber im strafblog bereits mehrfach berichtet.

Dem Unternehmer wird in Palma ein Betrug in einer Größenordnung von 13,9 Millionen Euro im Zusammenhang mit einem Hotelgeschäft vorgeworfen. Seine Firma „Nueva Rumasa“ soll bei Investoren, Banken und Privatleuten Schulden in Höhe von mehr als 700 Millionen Euro haben. Viele davon haben Schuldscheine erworben, die angeblich  mit 8 % verzinst werden sollten. Jetzt rennen sie dem Geld hinterher. Ruiz Mateos soll darüber hinaus  bei der spanischen Sozialversicherung Beitragsrückstände aus Arbeitgeberanteilen von Renten- und Krankenversicherung in Höhe von 45 Millionen Euro haben.

Er habe keine Angst vor dem Gefängnis, soll der Mann noch gesagt haben. Damit würde er sich von den meisten Angeklagten ziemlich unterscheiden. Und ich frage mich, warum er dann den Fußbruch vorgetäuscht hat …


Kategorie: Strafblog
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