Bestialischer Mord: Hohe Freiheitsstrafen für tödliche Hexenaustreibung in London



Veröffentlicht am 6. März 2012 von

Wappen der Demokratischen Republik Kongo

Zu Freiheitsstrafen von mindestens 30 bzw. 25 Jahren hat ein Londoner Gericht ein aus dem Kongo stammendes Paar verurteilt, das einen 15-Jährigen über mehrere Tage hinweg im Rahmen eines Exorzismus zu Tode gequält hat. Wie spiegel-online berichtet, hatte die 28-jährige Magalie Bamu beschlossen, ihren Bruder zu töten, weil der ein anderes Kind verhext habe. Die Tat habe sie zusammen mit ihrem Freund, dem 29-jährigen Fußballtrainer Eric Bikubi, begangen. Beide seien Anhänger von Kindoki, eines afrikanischen Hexenglaubens, der die Hexenaustreibung bei Kindern propagiert.

Dem Bericht zufolge war der 15-jährige Kristy Bamu im Dezember 2010 von Paris nach London gekommen, um dort bei seiner Schwester Weihnachten zu verbringen. Er ertrank am 1. Weihnachtstag in der Badewanne ihrer Wohnung im Londoner Stadtteil Newham , nachdem er zuvor tagelang gefoltert worden  war. Mehr als 130 Verletzungen konstatierten die Gerichtsmediziner, die  von Schlägen mit Stöcken, einer Metallstange und einem Hammer hervorgerufen worden seien. Die Täter sollen auch Glasflaschen und Keramikfliesen auf dem Kopf des Jungen zerschlagen und das Ohr mit einer Zange bearbeitet haben. Der Junge, der zwischenzeitlich um seinen Tod gebettelt habe, sei schließlich beim Übergießen mit kaltem Wasser in der Badewanne ertrunken. Bei den Folterungen hätten andere Kinder, darunter 2 Schwestern des Tatopfers und ein autistischer Bruder, zuschauen müssen. Eric Bikubi habe ihnen befohlen, 3 Tage lang um Erlösung zu beten. Sie hätten in dieser Zeit nichts essen und trinken dürfen.

Richter David Paget betonte in seiner Urteilsbegründung, dass der Fall wegen des sadistischen Verhaltens der Angeklagten besonders schwerwiegend sei. „Es handelte sich um fortdauernde Folter, die körperliches und seelisches Leiden vor dem Eintreten des Todes hervorrief“, wird er zitiert. Der Angeklagten Bamu habe der Richter gesagt, dass er ihrer Version, wonach sie nicht an Hexen glaube und von ihrem Freund zur Tat gezwungen worden sei, nicht glaube.


Kategorie: Strafblog
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