Ein „zupackender“ Held. Der Ex-Bürgermeister von New Orleans muss für 10 Jahre ins Gefängnis.



Veröffentlicht am 10. Juli 2014 von

New Orleans nach dem Hurrikan, AP Photo/U.S. Coast Guard, Petty Officer 2nd Class Kyle Niemi

New Orleans nach dem Hurrikan, AP Photo/U.S. Coast Guard, Petty Officer 2nd Class Kyle Niemi

Es ist ein trauriger Fall von Korruption, der den früheren Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin, jetzt für 10 Jahre ins Gefängnis bringt. Der heute 58-jährige Politiker galt wegen der zupackenden Art, mit der er sich nach dem katastrophalen Hurrikan „Katrina“ im August 2005 um den Wiederaufbau seiner Stadt und die Beseitigung der milliardenschweren Schäden gekümmert hatte, bei der Bevölkerung als Held, während die US-Katastrophenschutzbehörden wegen mangelhafter Vorbereitung auf die Folgen des Sturms und desorganisiertem Handeln massiv kritisiert wurden.

Rund 1.800 der ursprünglich 450.000 Bewohner der Stadt waren ums Leben gekommen und zahlreiche Häuser aufgrund massiver Überflutungen unbewohnbar geworden, nachdem „Katrina“ mehrere Dämme hatte brechen lassen und die unter dem Meeresspiegel liegende Metropole schutzlos den Wassermassen ausgesetzt war. Die Bilder gingen damals um die Welt. Viele von uns erinnern sich sicher noch an die Berichte über Plünderungen und Seuchengefahren, über zahlreiche Busse, die zur Evakuierung der Bevölkerung bereit gestellt worden waren, aber ungenutzt in den bis zu 8 Metern hohen Fluten untergingen, und eben an den farbigen Bürgermeister Nagin und seine Appelle an die Bevölkerung und die US-Behörden, sich für den Erhalt der Stadt einzusetzen.

Bereit im Februar 2014 hatte ein Geschworenengericht Nagin, der bis zum Februar 2010 als Bürgermeister der Metropole fungiert hatte, für schuldig befunden, sich bei der Vergabe von Aufträgen an Firmen insbesondere während des Wiederaufbaus persönlich bereichert zu haben. Mehrere hunderttausend Dollar soll der Mann in Form von Bargeld, Sach- und Dienstleistungen kassiert haben.

Laut spiegel-online hat das Gericht nunmehr das Strafmaß festgesetzt. Für 10 Jahre muss der zupackende Mann in Gefängnis und außerdem soll er 84.000 Dollar Wiedergutmachung zahlen. Im September muss er die Strafe antreten, heißt es in dem Bericht.

„Vergleichsweise milde“ sei die Strafe ausgefallen, ist zu lesen, ursprünglich hätten dem Ex-Bürgermeister nach einem Bericht der Lokalzeitung „Times Picayune“ sogar 20 Jahre Haft gedroht.

So kann es gehen.

 

 


Kategorie: Strafblog
Permalink: Ein „zupackender“ Held. Der Ex-Bürgermeister von New Orleans muss für 10 Jahre ins Gefängnis.
Schlagworte: